„Fantasie ist wichtiger als Wissen. Willst du kluge Kinder haben, erzähle ihnen Märchen, willst du noch klügere Kinder haben, erzähle ihnen noch mehr Märchen“.
Albert Einstein
Fast alle Visionen und großartigen Idee enstehen aus Träumen, aus Geschichten, aus Erinnerung von guten und schlechten Zeiten und die Erzähler, Planer, Umsetzer halten sich an diese Geschichte bis sie reale Wirklichkeit werden. Umgekehrt wenn man einmal ein Märchen zurückverfolgt, gibt es einige reelle Wahrheiten.
Bei den Steinwelten (ein Konglomerat aus Natursteingärten) am Pyramidenkogel ist es ähnlich, mit jedem einzelnen Natursteingarten, Natursteinfeld entsteht mit der Zeit ein Puzzle und natürlich gibt es dann auch Geschichten zu den Steinen am Pyramidenkogel.
Die Zeitschrift Kneipp „bewegt“ 02/2015 veröffentlichte einen Beitrag über Märchen von Frau Dr. Barbara Stekl und ich möchte mich sehr bedanken, dass ich diesen Beitrag auch im Naturgartenblog vorstellen darf.
Dr. Barbara Stekl, Juristin, Gesundheitsjournalistin und Energetikerin (Ergosom) mit Praxis in Wien www.stekl.at
„Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst“ Hans Christian Andersen
Faszination MÄRCHEN – und dann leben sie noch heute… von Dr. Barbara Stekl
„Es war einmal…“ – sofort werden bei diesen Worten Erinnerungen an Märchenerzählstunden in meiner Kindheit lebendig. Ich freute mich immer, wenn meine Mutter am Abend zum dicken, bebilderten Märchenbuch griff. Ich kuschelte mich in mein Bettchen, um in vertrauter Atmosphäre der abendlichen Gutenachtgeschichte zu lauschen.
Es war ein tägliches,……Geborgenheit schenkendes Ritual, das mich mit den Märchenfiguren Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Dornröschen und vielen anderen durch die Kindheit begleitete. Manchmal vergrub ich mich auch unter meiner Bettdecke, wenn es gerade sehr spannend wurde, jedoch nicht ohne einen Lücke offen zu lassen, um doch nichts zu versäumen. Noch heute begeistern mich Märchen. Geht es Ihnen auch so? Doch was macht diese Faszination für Groß und Klein aus?
Worte wie “ Es war einmal“ oder „Vor langer, langer Zeit“, „In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat“… sind wie Magie und das „Sesam, öffne dich!“ in die mystische Welt der Märchen. Wer diese Worte hört, weiß sofort, es geht um Märchen. Wie ein Zauberteppich tragen sie uns in ein Land der Fantasie und wecken ein Verlangen nach Geschichten, nach Erzählen und Zuhören.
Der Glaube an das Gute über das Böse ist eine tiefe menschliche Sehnsucht. Erleben wir im Märchen, dass sich dies erfüllt, gibt uns das Hoffen und Zuversicht und mindert Ängste.
Wenn wir an Märchen denken, so verbinden wir mit diesen meist Klassiker wir die Märchen der Brüder Grimm und von diesen etwa „Hänsel und Gretel“, „Aschenputtel“, „Tischlein, deck dich!“ oder „Der Froschkönig“. Aber es gibt auch exotische, orientalische Märchen, wie zum Beispiel „Aladin und die Wunderlampe“ aus „1001 Nacht“. Oder denken wir etwa an russische Märchenfiguren wie die Hexe „Baba Jaga“ oder “ Die Schneekönigin“ Kein Buch neben der Bibel wurde in so viele Sprachen übersetzt wie die Märchensammlung von Jacob und Wilhelm Grimm.
Eine fantastische Welt voll Zauber und Magie
Märchen finden zumeist ein gutes Ende: Das Böse wird besiegt. Eine königliche Hochzeit ist oft der krönende Abschluss, wenn die Hexe oder die böse Stiefmutter tot sind. Es ist dies eine zauberhafte, wunderbare Welt mit einer Prise Magie, wo Stroh zu Gold gesponnen wird, Tiere in „Die Bremer Stadtmusikanten“, Bäumchen gerüttelt werden und wunderschöne Kleider und Schuhe herabfallen, oder ein sprechender Spiegel weiß, wer die Schönste im ganzen Land ist.
Mit all den Märchenfiguren lässt es sich eintauchen in eine fantastische Welt, die mit sehr starken Bilder beschrieben und ausgeschmückt ist. Die Botschaft lautet: „Du musst dir nur ganz fest etwas wünschen und schon geht es in Erfüllung.“ Da werden Verwunschene und Eingesperrte erlöst oder befreit und da verwandelt sich manch Bär oder Frosch in einen schmucken Prinzen.
Nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen ermöglichen Märchen eine Identifikation mit dem Helden bzw. der Heldin der Geschichte. Märchen stärken auch und ermutigen. Denn sie geben sehr tiefe Botschaften und Weisheiten mit, wenn wir uns darauf einlassen. Sie spiegeln in ihrer Symbolsprache auch Anteile von uns selbst wider und können dabei helfen, alte hinderliche Muster loszulassen, indem wir unsere Schattenanteile ans Licht holen. „Märchen können uns bis heute Antworten auf wichtige Lebensfragen geben“, sagt Prof. Dr. Heinz Rölleke, ein deutscher Germanist und Erzählforscher. „Märchen sind die Aufforderung zur Emanzipation. Sie vermitteln durch den Helden: „Nimm dein Schicksal in deine Hand“.
Der Ursprung von Märchen
Das Märchenerzählen hat eine lange Tradition, den seit Menschengedenken erzählen Menschen einander Geschichten, die in früheren Zeiten mündlich überliefert wurden. Es gibt Märchen in allen Ländern und Kulturen und so alt sie auch sein mögen, so haben sie nichts von ihrem Zauber verloren. Wenn Menschen in früheren Zeiten zusammenkamen, tauschten sie Nachrichten aus und erzählten sich Geschichten. Diese Treffen dienten dazu, sich zu unterhalten und zu informieren, aber auch der Geselligkeit.
Es besteht die Vermutung, dass Märchen aus Indien stammen und schließlich über verschiedene Wege nach Europa gelangt sind. Im Grunde stammen sie aus einem gemeinsamen Erbe. Märchen gibt es in allen Kulturkreisen, wie zum Beispiel indianische, orientalische, chinesische, europäische und viele andere. Sie sind auch deshalb von großer Bedeutung, weil und ihre Symbolik einen Einblick in die jeweilige Kultur ermöglicht.
Interessant ist, dass Symbole je nach Kultur unterschiedlich verwendet werden. Im chinesischen Märchen steht zum Beispiel der Drache für das Glück, im europäischen Märchen erscheint er hingegen in der Rolle des Gefährlichen und Bösen.
Was macht den Zauber von Märchen aus?
Es sind Geschichten, in denen alles möglich ist und ein Schuss magischer Zauberkräfte keinesfalls fehlen darf. Märchen handeln von Helden und Heldinnen, die Prüfungen bestehen müssen und dabei in höchste Gefahr geraten. Aber da eilen dann die segensreichen und guten Helferlein in Form von Feen, sprechenden Tieren, Zauberern, Zwergen oder anderen guten Geistern zur Hilfe. Das sind die magischen Momente, die eine Welt eröffnen, in der die Möglichkeiten unbegrenzt sind und alles sich zum Guten wendet.
Märchen enden oft mit einer königlichen Hochzeit, bei der der Prinz seine Angebetete nach bestandener Gefahr zu seiner Gemahlin nimmt und auf sein Schloss führt. Tja, und wie lautet schließlich der berühmte Schluss? Wir kennen ihn alle: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie glücklich und zufrieden noch heute“.
Dabei weiß jedes Kind bereits, dass Märchen nicht wahr sind. Aber gerade weil sie im Reich der Fantasie zu Hause sind, erlauben sie unserem Verstand einmal eine Pause einzulegen. In diesem Moment beginnen die Symbole des Märchens, auf unsere unbewusste Ebene einzuwirken und die Botschaften in unseren Unbewussten aufzunehmen. Denn Märchen verpacken unzählige Metaphern. Wenn wir sie in der Tiefe auf uns wirken lassen, dann enthalten sie wertvolle Erkenntnisse, ja sie können heilend wirken.
Eugen Drewermann, Psychotherapeut und engagierter Kirchenkritiker, deutet bekannte und unbekannte Märchen der Gebrüder Grimm tiefenpsychologisch und macht ihren Inhalt als Lebenshilfe für alle transparent. Er sagt: „Wer beginnt, mit den Märchen an die Liebe zu glauben, der fängt an, die Welt anders wahrzunehmen, bei dem verändert sich das Gefühl für wichtig und unwichtig, gültig und ungültig, wirklich und unwirklich.“
Märchen vermitteln Urerfahrungen des menschlichen Daseins – Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Gut und Böse – in klaren Bildern uns sind für Kinder deshalb speziell wertvoll. So zeigen sie einen klaren Weg durch das Leben, wie er beispielsweise in Fernsehfilmen kaum mehr zum Ausdruck kommt. Viele Kinder werden heute von Bilderfluten überfordert, die Angst machen, weil das Chaos der Ereignisse nicht verarbeitet werden kann. Durch das Märchen dagegen entstehen im Kind nur solche Bilder, die es als Zuhörer selbst zulässt.
Der Struwwelpeter
In der kindlichen Entwicklung gibt es das sogenannte „magische Alter“. Dieses ist dem 3. und ca. 5. Lebensjahr (manchmal auch bis zum 6. Lebensjahr). Während der magischen Phase ist in der kindlichen Vorstellung alles möglich. Alles, was das Kind sich wünscht und denkt – Schönes wie auch „Schreckliches“ -, könnte tatsächlich eintreten. Was es selbst denkt und tut, sieht es als wichtige Ursache für vieles, was passiert. Gleichzeitig ahnt oder befürchtet das Kind, dass andere Kinder und Erwachsene, aber auch Hexen, Feen und Monster auf die gleiche Weise etwas geschehen lassen könnten.
Viele alterstypische Ängste und Befürchtungen, aber auch freudige Überraschungen und Erwartungen haben hier ihren Ursprung: Wolken regnen, weil sie traurig sind. Der Ball liegt unter der Kommode, weil er schlafen will. Hexen, Monster und Geister, aber auch das Christkind und den Osterhasen gibt es in der kindlichen Vorstellung wirklich. Deshalb sind Kinder in diesem Alter für die Märchenwelt sehr offen, ja sie empfinden sich regelrecht als Teil von ihr.
Umso wichtiger ist es, sich bewusst Gedanken zu machen, welche Märchen wir für unsere Kinder auswählen. In meiner Kindheit war noch der Struwwelpeter präsent. Dieser hat heute ausgedient und nichts mehr in kindlichen Bücherregalen verloren. Denn zum Glück hat sich die Erziehung und Pädagogik gewandelt, weg von der Verbreitung von Angst und Schrecken, autoritärem, erhobenen Zeigefinger und drakonischen Strafmaßnahmen, hin zu Verständnis und Empathie.
Man wollte damals in diesen Märchen den Kindern dramatisch vor Augen führen, was passiert, wenn sie sich nicht an die strengen Gebote bzw. Verbote halten. Da verbrennt ein Kind zu Asche, da werden Daumen abgeschnitten, das stirbt ein Kind, weil es seine Suppe nicht isst. Ziemlich grausig, finden Sie nicht auch?
Gerade wenn Kinder sehr sensibel und extrem fantasiebegabt sind, gilt es, speziell darauf zu achten, was wir ihnen vorlesen. Grausame Geschichten à la Struwwelpeter, die kein gutes Ende finden, können den Kleinen Angst machen und sogar traumatisieren, da sind sich viele Psychologen heute einig.
Ein Märchen ist das „Ohrlicht“
Wussten Sie, dass „Märchen“ im Sibirischen „Ohrlicht“ bedeutet? Ich finde, das beschreibt einen wunderbaren Zusammenhang. Denn Hören verlangt Aufmerksamkeit, sich auf etwas zu konzentrieren, auszurichten, einzulassen, ganz Hier und Jetzt der sich über das Wort eröffnenden Geschichten zu sein.
Über das Ohr breitet sich das Licht, der Zauber des Märchens aus und bringt uns mit einer mitunter archaischen, starken Bilderwelt in Kontakt. Nicht nur Kinder, sondern auch wir Erwachsene tauchen in einer innere Welt ein, die Fantasie, Kreativität und inneres Wachsen auf natürliche und individuelle Art ermöglicht. Ohne in vorgegebenen Bildern in bestimmte Richtungen zu manipulieren, wirkt das Märchen einfach so für sich.
Märchen als Therapiehilfe
Die besondere und tiefe Wirkung von Märchen machen sich verschiedenste Therapierichtungen zunutze. Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was erfundene Geschichten den Klienten bringen sollen.
Aber da stellt sich bereits die Gegenfrage: „Erzählen wir nicht tagtäglich einander unser Leben und somit Geschichten?
Ich selbst durfte während meiner Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin die tiefe und berührende Wirkung therapeutischer Märchen erfahren. Es entsteht eine intime, sehr nahe Beziehung zwischen Erzähler und Klient. Wenn wir unsere ganz persönliche Geschichte in Märchenform vorgespielt – so war es während meines Ausbildungsseminars – oder vorgelesen bekommen, berührt dies die Tiefen der Seele. Ich spüre: Da setzt sich jemand auf einer tiefen Ebene respektvoll mit mir und meinem Leben auseinander. Ich bin wichtig.
Auch ermöglichen uns selbst geschriebene Märchen, unser Lebensskript und somit unsere Lebensgeschichte umzuschreiben, beispielsweise ein belastendes Erlebnis anders, nämlich gut, enden zu lassen. Das hilft, alte Wunden zu heilen.
Verena Kast, die bekannte Schweizer Psychologin und Psychotherapeutin, setzt sich sehr intensiv mit der Bedeutung von Märchen auseinander. Sie meint: “ Märchen sprechen in einer Symbolsprache, einer Bildersprache. Wenn wir uns auf die Märchen einlassen, dann sprechen diese Bilder in unsere Psyche an. Das heißt also, wir können auf einem Schatz von Bildern zurückgreifen, die in unserer Psyche da sind, die nur hervorgerufen werden müssen.
Wenn wir uns hier mit Märchen beschäftigen, werden diese Bilder hervorgerufen in unserer Psyche. Doch immer erhalten die Lebensthemen und -probleme neben den Aufgaben auch Möglichkeiten zur Lösung und Entwicklung.“
Verena Kast bevorzugt, im Gegensatz zu den Märchengestalten der Gebrüder Grimm, besonders die Frauengestalten russischer Märchen. Verena Kast:
„In russischen Märchen gibt es tolle Frauengestalten. Wenn denen ein Held gefällt, geben sie ihm einen Kuss, den man 400 Kilometer weiter noch hört. Begegnen sie einen Mann zum ersten Mal, heißt es: Wollen wir uns vertragen oder wollen wir kämpfen? Und dann warten wir ab, wie sich die Pferde verhalten: Vertragen sich die Tiere, schließen sie auch Frieden. Diese Frauen sind ein ganz anderes Kaliber als etwas die Prinzessinnen der Gebrüder Grimm.“
Jedem Märchen wohnt ein besonderer Zauber inne… Lassen Sie sich entführen und verführen und entdecken Sie dabei Ihren ganz persönlichen Märchenschatz, der gleichzeitig auch eine Perle der Weisheit in sich birgt.
Was Erwachsene über Märchen denken
Nana: „Es war einmal… alleine dieser Beginn ruft – schöne – Kindheitserinnerungen in mir wach, weil mir entweder jemand Zeit geschenkt hat, um mich in die Welt der Märchen zu entführen, oder ich sie später schon freudig selbst lesen konnte. Im Märchen da gibt es Gut und Böse ganz klar ab gegrenzt und es gibt sprechende Tiere, böse Schwiegermutter, böse Hexen, aber zum Glück auch sieben gute Zwerge und einen Frosch, der zum Prinzen wird. Dieses Eintauchen in eine mystische Welt, das fasziniert und lässt mich den Alltag auch heute noch vorübergehend vergessen.
Johanna: „Märchen sind schön ausgeschmückte Geschichten, in denen man sich verlieren kann, da die eigene Fantasie angeregt wird, und die immer gut ausgehen.
Buchtipps:
Christiane Sautter: Ein Märchen für Dich – Lösungen aus der systemischen Werkstatt (für Erwachsene), Verlag für systemische Konzepte 2012
Verena Kast: Das Mädchen im Sternenkleid – und andere Befreiungsgeschichten im Märchen, Patmos Verlag 2012
Verena Kast: Märchen als Therapie, Deutscher Taschenbuch Verlag 1993
Wilhelm & Jakob Grimm: Grimms Märchen, Vollständige Ausgabe, Verlag Anaconda 2009
Sonstige Tipps:
Märchenhaft Kneippen in Schindlbach: mit Kinderland und Märchenwald, www.schindlbach.at
Waldpension Nebelstein: Urlaub im Märchenhotel mit angeschlossenem Märchenmuseum und Feengarten www.waldpension-nebelstein.at
Mary Poppins- das Musical im Wiener Ronacher, mit einem magischen Kindermärchen in der Hauptrolle, www.musicalvienna.at
Am 09. Februar 2015 von Albert
Kategorie: Geschichte, Harmonie, Schule, Stil - Lebensstil
[…] für die Steinwelten! Kann mit den Steinwelten mehr Andenken verkauft werden? Interessant wären Mini NaturSteingärten als Angebot für Garten- und […]