Schutz – Erholung – Erziehung

Natur und Erziehung, von Christine Oschounig

Für Kinder und Jugendliche haben sich die Alltags- und Freizeitbedingungen in den letzten Jahren ständig und mit enormer Geschwindigkeit verändert. Die Sinne werden durch mediale und technische Errungenschaften stark beeinflusst…

Oschounig Christine, Mag.(a)
Jahrgang 1957, Sozialpädagogin, tätig in der Betreuungsarbeit im Landesjugendheim „Rosental“. Ihr Leitsatz: Natur als Lehrmeisterin in allen Lebensbereichen, aber vor allem in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen.
Kontakt: christine.oschounig@ktn.gv.at

…, die natürliche Umwelt ist geprägt von Autos, Straßen und Gebäuden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die eigene Phantasie verkümmert oder kaum gefordert wird. Zum Teil werden Kinder und Jugendliche mit vorgegebenen Einstellungen und Meinungen und bereits zu Ende gedachten Gedanken konfrontiert.

So bleiben die eigene Fantasie und Kreativität auf der Strecke und der eigene Antrieb, etwas aktiv zu begreifen und zu erleben, schwindet. Anpassungsschwierigkeiten, Gesundheitsstörungen und Stressphänomene können als Indikatoren für Grenzen der kindlichen Natur in der Bewältigung mit neuen Umgebungen und Anforderungen interpretiert werden.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Tendezen in Richtung selbst Erfahrungen in und mit der Natur machen zu können. Diese naturnahe Erziehung stärkt die angeborene Beziehung zur Natur, die in jedem Kind bzw. Jugendlichen vorhanden ist.

Die Schönheit, die Farben- und Formenvielfalt, die Veränderbarkeit sowie die Lebendigkeit der Natur sind eine enorme persönliche Bereicherung und prägen das Verständnis für die Natur und ihre Abläufe. Natur weckt Emotionen und vermittelt das Gefühl der Übereinstimmung, der Zustimmung, Aufgehobenheit und der Realität. Für Kinder und Jugendliche bedeutet das auch unbelebte, nicht einsehbare Räume, Verstecke, Höhlen, Steinbrüche und vieles mehr – also Unbeaufsichtigtsein und die Möglichkeit, eigene Erfahrung zu machen.

Der Begriff Erziehung stammt vom althochdeutschen Wort „irziohan“, was soviel wie herausziehen bedeutet.  Die Bezeichnung Natur wird vom Lateinischen „nasci“ – entstehen, geboren abgeleitet. Durch das Gegenüberstellen beider Bereiche in ihrer ursprünglichen bedeutung werden Gemeinsamkeiten sichtbar:

Oschounig-Tabelle

Die Natur bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, im physischen (Bewegung), im psychischen (Ruhe) und im mentalen (Fantasie, Krativität) Bereich gesund aufzuwachsen.
Die Natur stellt Lern- und Entwicklungsaufgaben an den Menschen. Sie wird zum strengen, nicht moralisierenden, unbeeinflussbaren Lehrmeister.

Diesen  Beitrag entnahm ich aus dem Buch „Das Herz von Kärnten – Vom Steinbruch zur Naturgartenvision“ und wurde von der Autorin auch für dieses Blog freigegeben.

1 Kommentar zu “Natur und Erziehung, von Christine Oschounig”

  1. Hallo christine ????????????????????????????????????????????

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